Geschichte der Schule
Die Anfänge von 1965 bis 1970 gestalten sich schwierig.
1950 besuchten 87,5% der Schüler die Volksschule, zur Realschule gingen 2,8% und zum Gymnasium 8,6%, der Rest besuchte Sondereinrichtungen.
„Die Bundesrepublik Deutschland stehe vor einer Bildungskatstrophe“, so prophezeiten 1960 verschiedene Bildungsexperten. Bundes- und Landesregierungen diskutierten nun über die Reformierung des Bildungswesens.
Das Bildungsbewusstsein vieler Eltern wurde dadurch geweckt, sie strebten für ihre Kinder einen höheren Schulabschluss an. Dieser bildungspolitische Aufbruch schlägt sich in den 60er Jahre in einer anhaltenden Expansion im Realschul- und Gymnasialbereich nieder. Der Schüleranteil in der Volksschule betrug 1960 noch 78,5% und fiel bis 1970 auf 71,2% ab. Hingegen stieg der Anteil der Realschüler 1960 auf 6,5% und erreichte 1970 schon einen Anteil von 9,7%. Auch im Gymnasialbereich stiegen die Schülerzahlen 1960 auf 12,8% und erreichten 1970 schon einen Anteil von 15,5%. Durch das Schulreformprogramm der niedersächsischen Landesregierung sollte diese Entwicklung noch verstärkt werden. Man beabsichtigte die Jahrgänge 5 – 9 der Volkschulen zu großen Mittelpunktschulen zusammenzuführen. 1962 wurde das 9. Volkschuljahr verbindlich in ganz Niedersachen eingeführt. Alle Schüler dieses Jahrganges aus der Gemeinde Visbek wurden nun zentral in der Gerbertschule unterrichtet. Dort herrschte Raumnot. Die Gemeinde begann umgehend mit der Planung einer neuen Mittelpunktschule. Dies erfolgte nicht ganz ohne Kritik der Bürger, denn die kleinen Volkschulen der Bauerschaften sollten aufgelöst werden. Selbst der Vorstand des Ortslandvolks und Vertrauensleute der Bauerschaften befassten sich Anfang 1967 mit der Schulreform.
Der Kauf eines geeigneten zentral gelegenen Grundstücks gestaltete sich nicht so einfach. Vom Gast- und Landwirt Gerhard Dieckhaus konnte schließlich eine Fläche von zwei Hektar erworben werden.
In einer, am 22. Mai 1967 stattfindenden außerordentlichen Gemeinderatssitzung wurde einstimmig beschlossen, alle Schülerinnen und Schüler der Bauernschaftsschulen ab Klasse fünf in Visbek zu zentralisieren.
Nun konnte mit dem ersten Bauabschnitt begonnen werden.
Am 23. Juli 1968 genehmigte das Kultusministerium an der Volkschule Visbek (Gerbertschule) eine Förderstufe, beginnend ab Schuljahr 1968/69 mit Klasse fünf, einzurichten. Das „große Sterben“ der kleinen Schulen in den Bauerschaften begann. So wurden die Schulen nach und nach aufgelöst. Es begann 1958 mit der ev. Volksschule Rechterfeld, allerdings aus Schülermangel (6), es folgten 1969 Bonrechtern, 1970 Endel und Hogenbögen, 1971 Halter, 1972 Norddöllen, Varnhorn und Wöstendöllen und schließlich 1974 die ev. Volksschule Visbek.
Bereits zum 27.08.1968 wurden die ersten Klassen im neu errichteten Gebäude unterrichtet.
Am 01.08.1970 kam es dann zur Teilung die Volksschule Visbek, sie wurde aufgelöst. Im alten Gebäude an der Vitusstraße wurden die Klassen 1 – 4 untergebracht und als Grundschule (Gerbertschule) weiter geführt. Im neu errichteten Gebäude an der Overbergstraße fanden die Klassen 5 – 10 ein neues Zuhause. So entstand die neue Volksschule mit Förderstufe (Klassen 5 und 6) und Realschulzug. Zum 01.08.1974 wurde die Orientierungsstufe eingerichtet, sie war eine Weiterentwicklung der Förderstufe. Nach zweimaligem Durchlauf am Realschulzug genehmigte man zum 01.08.1975 eine „vollausgestattete Realschule“. Der neue Name: Haupt- und Realschule mit Orientierungsstufe. Die Schülerzahl wuchs und wuchs, so dass die Erweiterung des Gebäudes kaum mit kam.
Schulträgerschaft
Die Gemeinde Visbek, als Schulträger plante mit den Nachbargemeinden Goldenstedt und Langförden den Bau und die Einrichtung einer großen Mittelpunktschule. Durch Veränderungen der Schulgesetzgebung ging die Schulträgerschaft aller Schulen des Sekundarbereiches I, 1975 auf die Landkreise über, somit lag die Fertigstellung der Gebäude und der Bau der Turnhalle in der Verantwortung des Landkreises Vechta. Nachdem das Schulgesetz wieder die Trägerschaft der Kommunen zuließ übernahm die Gemeinde Visbek diese wieder.
- Gemeinde Visbek vom 01.08.1970 – 31.12.1974
- Landkreis Vechta vom 01.01.1975 – 31.12.1986
- Gemeinde Visbek seit 01.01.1987
Die Entwicklung der Schule
Die Orientierungsstufe Visbek ging zum 01.08.1974 aus der damaligen Förderstufe hervor. Sie wurde als angebundene Schulform, zunächst an der Hauptschule, dann an der Haupt- und Realschule geführt. Über zwei Schuljahre bereitete man die Schülerinnen und Schüler auf die weiterführenden Schulen, Hauptschule, Realschule und Gymnasium vor. In unterrichtlichen Beobachtungen, als auch in vielen Lernkontrollen sowie mehreren Konferenzen und verschiedenen Beratungsgesprächen unter allen Beteiligten versuchte man die „richtige“ Schule für das Kind zu finden. Am Ende des sechsten Schuljahres gab es dann das Eignungsgutachten.
Zum 31.07.2004, also nach genau 30 Jahren lief die Orientierungsstufe aus. Die Klassen 5 und 6 wurden den bestehenden Schulformen, Hauptschule, Realschule und Gymnasium, zugeordnet. Seit 2006 trägt unsere Schule den offiziellen Namen „Benedikt-Schule“.